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Spielbericht
Wenn Tabellenführer und -letzter aufeinandertreffen
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dann verspricht der Spielausgang eine klare Angelegenheit zu werden - erst recht dann, wenn das Schlusslicht stark ersatzgeschwächt antritt!
Quasi mit dem "letzten Aufgebot" (ohne Reservisten) und ohne Aufwärmen (der Trikotkoffer traf erst kurz vor Anpfiffzeit ein) stellten wir uns der Herausforderung beim aktuellen Spitzenreiter.
Das Verlesen der momentanen Verletztenliste bildete einen Schwerpunkt der Mannschaftsbesprechung, in der Milli unsere Mannen mit Durchhalteparolen beschwor, sich nicht "abschlachten" zu lassen.
Mancher mochte sich angesichts des ungleichen Kräfteverhältnisses und der beeindruckenden Saisonstatistik des Kontrahenten beim Verlassen der Kabine wie vor einer drohenden Hinrichtung gefühlt haben, doch kampflos wollten wir uns nicht ergeben.
Und so fanden wir schnell ins Spiel und nahmen den Kampf leidenschaftlich an. Die Reinickendorfer übernahmen sofort das Zepter, starteten mit hohem Tempo und setzten uns unter Druck. Sie stellten ihre Alters- und Fitnessvorteile, ihr beachtliches fußballerisches Potential und Spielverständnis rasch unter Beweis, waren uns in fast allen Belangen überlegen.
Dennoch vermochten wir uns mit aller Entschlossenheit erfolgreich zu wehren. Darüber hinaus gelang es uns gar für Entlastung zu sorgen. Dabei kamen uns gewiß die kleinen Ausmaße des Platzes an der Göschenstr. entgegen.
Erst einmal den gegnerischen Strafraum in Beschlag genommen, verspürten wir bald Lust auf mehr: nach Ecke Marcel schädelte der "Büffel" das Leder aus Kurzdistanz zur unerwarteten Führung ins Netz.
BAR reagierte wütend und erzielte postwendend den Ausgleich. Dass die Hausherren tatsächlich nicht unverwundbar waren, bewies unsere erneute Führung. Auf Pass von Udo vollstreckte Marcel zum sensationellen 2:1-Zwischenstand. Leider währte auch diese Führung nicht dauerhaft, und ein weiteres Mal mochte sich der Tabellenführer von uns nicht ärgern lassen. Bis zur Halbzeit wendete das Bezirksamt das Ergebnis und nahm einen knappen 3:2-Vorsprung mit in die Pause.
Danach hielt uns TW-Vertreter Tino mit Super-Reflexen und mehreren Paraden - mehrmals per Fußabwehr im Stile eines Handball-Keepers - bis Mitte der 2. Hälfte im Spiel.
Ausnahmslos alle Spieler unserer Elf leisteten mit vorbildlichem Einsatz, voller Konzentration und Hingabe Widerstand, um dem Gegner das Siegen so schwer wie möglich zu machen. Mit dem 4:2 fiel zwar die Entscheidung, aber trotzdem gaben wir nicht auf.
Dass wir uns den Schlussminuten noch zwei Gegentreffen fingen, trübt sicherlich das positive Bild, das wir abgaben. Das letztlich standesgemäße Endresultat von 6:2 wird in dieser Höhe unserer Leistung keineswegs gerecht. Erhobenen Hauptes verließen wir trotz Niederlage, aber mit der Genugtuung, dem Bezirksamt mächtig Paroli geboten zu haben, nach Abpfiff das Spielfeld.
Auf diese zurückliegenden 90 Minuten läßt sich jedenfalls für die kommenden schweren Pflichtspiele aufbauen!
Udo |